DR. SIEGERT & PARTNER - Sparkassen in der Kritik
Aschaffenburg - Schönbusch - Dörfchen
Vertrieb von Zinsswaps durch Sparkassen in der Kritik

Auch Sparkassen sind bei der Anlageberatung nicht immer nur auf das Gemeinwohl sondern auch auf ihren Gewinn bedacht. So berichtet das Handelsblatt von vielen Anlegern, die sich falsch beraten fühlen und gegen ihre Sparkasse klagen ("Keine besseren Banken" Handelsblatt vom 26.4.12). Gleiches schreibt auch die FTD in Ihrem Beitrag vom 8.5.12 "Zocker wider Willen".

Tenor der Artikel: Sparkassen als öffentlich-rechtliche Institute seien dem Allgemeinwohl verpflichtet und damit erwarteten Kunden von Ihnen keine riskanten Geschäfte. Die Anwälte der geschädigten Kunden sprechen von "hochkomplexen" Produkten, bei denen nur der Kunde dem Risiko ausgesetzt gewesen sei, die Bank aber nicht.

Dazu folgende Anmerkungen:
1.ein Swap - insbesondere wie im vorliegenden Fall ein "plain vanilla cross currency swap" gehört nicht zu den komplexen Finanzinstrumenten, da die Bedingungen beim Abschluss vorliegen und der Wert relativ leicht nachgerechnet werden kann. Wie sieht es hingegen mit der Transparenz von den bspw. viel häufiger verkauften Kapital-Lebensversicherungen, den Kombinationen von Sofortdarlehen und Bausparvertrag oder dem PS-Sparen aus? Wie sieht es hier mit der Transparenz und der Risikoverteilung aus? (vgl. zum PS-Sparen den Handelsblattartikel »"Nachgerechnet: Das Gewinnsparen soll den Spargedanken fördern" vom 15.5.12)

2. Swapgeschäfte werden im Allgemeinen und im Besonderen von Banken zur Absicherung von eingegangenen Risiken abgeschlossen. Wenn ein Kunde ein solches Geschäft nicht zur Absicherung abschließt (in dem dargestellten Fall sollte ein Cross-Currency-Swap zur Einsparung von Zinsen dienen), dann handelt es sich um eine Spekulation, also den Aufbau von Risiko. Devisenkurse sind ebenso wie bspw. Aktienkurse dem Marktrisiko ausgesetzt. Deshalb käme aber niemand auf die Idee, bei einem Kursverlust in Aktien die Bank wegen Falschberatung zu verklagen.

3. Es stellt sich also die Frage, ob Kunden, die wie im vorliegenden Fall Millionengeschäfte tätigen, diese nicht einmal nachrechnen (lassen). Bereits mit einer einfachen Excel-Tabelle könnte das Risiko bspw. eines Cross-Currency-Swaps (in dem dargestellten Fall der steigende Wechselkurs des Franken gegenüber dem Euro) sichtbar gemacht werden.
Wir haben dazu ein »Beispiel aus einem Artikel, der in den "Betriebswirtschaftlichen Blättern" (der Sparkassen-Zeitschrift) bereits 2003 erschien ("Modernes Zins- und Währungsmanagement mit Cross Currency Swaps", Heft 8/2003, S. 392ff) anhand einer solchen Tabelle (ohne Berücksichtigung von Zeitwerteffekten) versucht nachzubauen. Daraus lässt sich das Risiko von Wechselkursänderungen gut erkennen.