DR. SIEGERT & PARTNER - Staatsschuldenkrise
Aschaffenburg - Schönbusch - Dörfchen
Staatsschuldenkrise - eine kleine Simulation

Von einer Schuldenkrise wird gesprochen, wenn ein Schuldner nicht mehr in der Lage ist, den Verpflichtungen aus seinen Schulden (Zins- und Tilgungszahlungen) nachzukommen. Ein Anhaltspunkt für die Zahlungsfähigkeit ist die Verschuldungsquote. Im Stabilitäts- und Wachstumspakt der EU gilt eine Grenze für die Verschuldungsquote von 60%. Sie wird allerdings derzeit nur von wenigen Ländern eingehalten (z.B. Finnland mit 50 %, Deutschland 82 %, Griechenland 160%).

Die Verschuldungsquote wird berechnet als Quotient von Schulden zum Einkommen. Für das Einkommen steht bei einen Staat das Bruttoinlandsprodukt (BIP). Wenn Schulden nicht getilgt werden können, erhöhen sie sich im Zeitablauf durch den Zinseszinseffekt. Soll dieser Effekt beherrschbar bleiben, muss auch das Einkommen entsprechend steigen. Das wiederum setzt eine Wachstumsrate des BIP voraus, die größer ist als der zu zahlende Schuldzins. Es wäre auch möglich, bei gleich bleibendem Einkommen an anderer Stelle zu sparen, um den Schuldendienst leisten zu können. Einsparungen wirken allerdings eher negativ auf die Wachstumsrate. Genau dies ist das Dilemma, in dem Griechenland steckt.

Mit unserer Simulation* werden diese Effekte - stark vereinfacht, aber anschaulich - dargestellt. Ausgehend von der Verschuldungsquote spielt die absolute Höhe von BIP und Schulden keine Rolle, d.h. in der Grafik wird nur die relative Höhe sichtbar. Es wird unterstellt, dass sich Zinssatz und Wachstumsrate im Zeitablauf nicht ändern. Nicht berücksichtigt wird dabei der Vermögensstand eines Staates: ein Staat mit großem Vermögen könnte Teile davon verkaufen, um sein Einkommen zu erhöhen, Zinsen zu zahlen oder Schulden zu tilgen.

Wie schwer es Griechenland haben wird mit einer Verschuldungsquote von 162,8%, einem Zinssatz von 3,5-4% dank Schuldenschnitt und Rettungspaketen und einem Wirtschaftswachstum von -6,8%, seine Verschuldung bis 2020 auf 120% zu senken, zeigt die Simulation (Stand: Anfang März 2012):



Durch Ziehen der Schieber können die angezeigten Parameter verändert werden. Das BIP wird als blaue, die Schulden als rote Linie dargestellt. Beim Anklicken des "+"-Symbols öffnet sich eine Menüleiste für den Schieber, mit dem weitere Optionen für das Verhalten der Parameter möglich sind.

Hier einige Screenshots, falls kein cdf-player zur Hand:
Szenario 1  Szenario 2
Szenario 3

*Für die interaktive Darstellung in Ihrem Webbrowser ist die Installation des Wolfram CDF-Players erforderlich, den Sie »hier kostenlos herunterladen können (Größe: 106 MB).
Der Wolfram CDF Player ist ein Browser-Plug-in zur Wiedergabe interaktiver Dateien im Computable Document Format (CDF). Der CDF Player ermöglicht es, im Gegensatz zu statischen Dokumentenformaten wie PDF oder vordefinierten dynamischen Dokumenten wie Adobe Flash, den Dokumenteninhalt dynamisch in Abhängigkeit vom Verhalten und den Eingaben des Nutzers zu generieren. Der CDF Player unterstützt Browser-Plug-ins für Internet Explorer, Mozilla Firefox, Google Chrome, Opera und Safari.