Aschaffenburg - Schönbusch - Dörfchen

Ansichtssache - Archiv



Juli 2013
Erneute Forderung nach Offenlegung des fairen Werts von Zertifikaten
Die Ratingagentur Scope hat erneut die Preise von mehreren Klassen von Zertifikaten verschiedenster Emittenten über einen längeren Zeitraum und unter Einbeziehung einer größeren Anzahl von Aktienanleihen, Discount- und Bonuszertifikaten untersucht. Die Abweichungen zwischen bestem und schlechtestem Emittent waren diesmal nicht so groß, die Rangfolge hat sich aber gegenüber der Untersuchung im Mai geändert.
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Mai 2013
Preisunterschiede bei Zertifikaten und Aktienanleihen kosten Rendite
Die Ratingagentur Scope hat im Mai zahlreiche Aktienanleihen und Zertifikate von 16 Emittenten im Hinblick auf Preisgestaltung (Abweichung vom Fair Value (theoretischer Wert)), Liquidität und Geld-Briefspanne untersucht.  Dabei wurden in allen Bereichen erhebliche Unterschiede zwischen den Anbietern festgestellt.  So gab es bspw. bei den Abweichungen zum fairen Wert von Bonuszertifikaten eine Spanne von über 5,02 Prozentpunkten zwischen geringster und höchster Abweichung. D.h. der Preis des günstigsten Anbieters lag um 5,02 Prozentpunkte niedriger als der Preis des schlechtesten Anbieters. Für den Anleger bedeutet dies eine entsprechend höhere/niedrigere Rendite, je nachdem, bei welchem Anbieter er das Zertifikat kauft.
[Quelle: »Pressemittteilung Scope]

Die IOSCO (International Organization of Securities Commissions - Internationale Wertpapier-aufsichtsbehörde) hat im April ein Konsultationspapier zur »Regulierung von strukturierten Produkten veröffentlicht. Die wichtigsten Punkte darin sind die Offenlegung von Gebühren und Kosten, die Fair-Value-Bewertungen und Market Making im Sekundärmarkt. Dadurch soll die Transparenz für den Anleger steigen und durch die bessere Vergleichbarkeit auch die Rendite.

Falls Sie den fairen Wert eines Zertifikats nachvollziehen wollen, verwenden Sie unsere anschauliche Darstellung für »Discount- oder »Bonuszertifikate.

Mai 2013
Anleger sollen selbst Verantwortung für ihre Anlage übernehmen können
Fehlendes grundlegendes Finanzwissen und mangelnde Risikokompetenz nennt der Psychologie-Professor Gigerenzer in einem Interview mit dem Handelsblatt (17.5.13, S.38) als Grund dafür, dass Anleger sich mit Niedrigzinsen zufrieden geben oder einer Falschberatung aufsitzen. Er fordert, mit der finanziellen Allgemeinbildung schon in der Grundschule zu beginnen.

Dass junge Leute lieber auf Bankkonten, Bausparverträge und Lebensversicherungen sparen als auf Aktien (wie Studien und Umfragen - Quelle: Handelsblatt vom 30.4.13, S. 34 zeigen), bestätigt diese Einschätzung.

Mangelndes Wissen oder Verständnis von Produkten oder Risikokennzahlen selbst bei Finanzmarkt-profis, beklagt auch der Direktor des Frankfurt MathFinance Institute, Professor Uwe Wystup in seinem neuesten »Newsletter.

Mit unserem »Lehrgut, das nach und nach ergänzt wird, tragen wir dazu bei, Finanzthemen besser zu begreifen und das erworbene Wissen anzuwenden - angefangen von der einfachen Zinsrechnung bis zur komplexen Bewertung z. B. von Derivaten.

April 2013
Zertifikate sind kein Teufelszeug
In einem Beitrag des Handelsblatts vom 16.4.13 ("Wer sich mit Gold-Zertifikaten verspekuliert hat, sollte das nicht den Produkten anlasten") kommentiert der Autor Verluste aus dem stark gefallenen Goldpreis.

Mangelnde Produktkenntnis oder falsche Markterwartung sollten nicht dem Produkt angelastet werden. [»mehr]

April 2013
Anlegerschutzgesetze schützen nicht die Anleger  
In einem Interview mit dem Handelsblatt (HB 3.4.13 »„Die Menschen werden über den Tisch gezogen“) üben die Anwälte Gerhart Baum und Julius Reiter harsche Kritik an den gesetzlichen Regeln zum Schutz der Anleger.

Sie fordern eine Stärkung der Position der Anleger gegenüber der Finanzindustrie.
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November 2012
Braucht es einen TÜV für Finanzinstrumente?
In Ihrem Beitrag „Ein TÜV muss her“ im Handelsblatt vom 14.11.12 fordert die Autorin wegen der Komplexität des Finanzsystems, der daraus resultierenden ebenso komplexen Regulierung und der Finanzinnovationen, die diese Regulierung umgehen, eine Zulassungsstelle für Finanzinstrumente, die diese „.. wahlweise zulassen, an Bedingungen knüpfen oder die Welt davor bewahren“ sollte.

Ohne Umschweife: Die Forderung der Autorin läuft auf eine planwirtschaftliche Maßnahme hinaus. [»mehr]

Oktober 2012
Es stimmt nicht!
In seiner täglichen Kolumne im Handelsblatt „Stimmt es, dass …“ hat sich Norbert Häring am 30.10.12 Credit Default Swaps (CDS) vorgenommen und bejaht seine Frage, ob sie verboten gehören. Nach seiner Meinung dienen sie nur zur Marktmanipulation, Spekulation und Vermeidung von Regulierung. Für Absicherungszwecke brauche man „börsengehandelte Finanzprodukte“ nicht.

Diese plakativen bzw. platten Aussagen können nicht unwidersprochen bleiben.  [»mehr]

September 2012
Wege aus der Falschberatung: die "zweite Meinung"
Spätestens seit der Lehman-Pleite, bei der viele Anleger mit dem unerwarteten Verlust ihrer Zertifikate konfrontiert waren und ihre Banken verklagten, ist das Thema „Falschberatung“ in den Mittelpunkt des Interesses von Verbraucherschützern und Regulierern gerückt. Letztere haben mit verschiedenen rechtlichen Schritten (Finanzmarktrichtlinie (MiFID II), Anlegerschutz- und Funktionsverbesserungs-gesetz (AnsFuG)) zum Schutz der Anleger darauf reagiert.  [»mehr]

August 2012
Referenzpreise kritisch hinterfragt
Als Folge des LIBOR-Skandals hat das Handelsblatt eine Reihe von Artikeln veröffentlicht, die die in der Kritik stehende Preisbildung für Referenzen (LIBOR, Ölpreis, Kreditderivate, Edelmetalle, Aktienindex) beschreiben.
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Juli 2012
Wo liegt der kritische Kapitalmarktzins für Krisenländer?
Im Beitrag der Börsen-Zeitung „Die Erosion der Schuldentragfähigkeit in der Eurozone“ wird dargelegt, dass der Zinssatz für 10-jährige Staatsanleihen, zu dem Krisenländer neue Mittel am Kapitalmarkt aufnehmen können („Todeszone“), nicht undifferenziert mit „deutlich über 6 %“ anzusetzen ist. [»mehr]

Juni 2012
Nachhilfe für „Porsche-Richter“
In den Schadensersatzprozessen gegen Porsche verlangen Anleger, für Verluste entschädigt zu werden, die durch die heimliche Übernahme von VW durch Porsche entstanden. Diese heimliche Übernahme wurde mit Hilfe von Derivaten, hier mit speziellen ("cashgesettelten") Optionen bewerkstelligt, um Meldepflichten zu umgehen. Der Richter in diesem Prozess entschuldigt seinen Wissensmangel auf diesem Gebiet damit, dass er „eher vom Bausparvertrag“ komme.[Quelle: FTD 28.6.12, „Insider unter sich“]

Offensichtlich herrscht der der Glaube (selbst in akademischen Kreisen) vor, das traditionelle Finanzprodukte simpel sind. Dass dem nicht so ist, erklärte ein paar Tage vorher Prof. Dr. Lutz Johanning in einem Interview in der selben Zeitung [FTD 26.6.12, „Komplexität ist immer subjektiv“]: Lebensversicherungen und Bausparprodukte sind (auch) komplexe Finanzinstrumente, die mit Swaps und Optionen dargestellt werden können.

Folgerichtig plädiert Prof. Johanning für einheitliche Produktinformationsblätter über alle Anlageklassen hinweg - nicht nur für bestimmte Anlageformen wie von der EU-Kommission vorgeschlagen - womit er auch vermeintlich „einfache“ Produkte wie Spareinlagen, Lebensversicherungen und Bausparverträge mit einschloss. Damit könnte der Privatanleger (somit auch der Richter) die wesentlichen Eigenschaften wie insbesondere Risiken und Kosten der unterschiedlichen Produkte und Anlageklassen verstehen und dadurch vergleichen.

Juni 2012
"Anleitung zum Niebeln"
Eine treffliche Anleitung zur Amtsführung für Minister liefert der Kommentator der FTD in seinem Beitrag vom 17.6.12. Er beschreibt die Möglichkeiten einer angenehmen Lebensführung und Vorsorge für die Nachregierungszeit. [»zum Original]

Mai 2012
Vertrieb von Zinsswaps durch Sparkassen in der Kritik
Auch Sparkassen sind bei der Anlageberatung nicht immer nur auf das Gemeinwohl sondern auch ihren Gewinn bedacht. So berichtet das Handelsblatt von vielen Anlegern, die sich falsch beraten fühlen und gegen ihre Sparkasse klagen. Gleiches schreibt auch die FTD in Ihrem Beitrag vom 8.5.12 "Zocker wider Willen".  [»mehr]

März 2012
Ablösung des Bewertungsstandards IAS 39 durch IFRS 9
Die prozyklisch und damit krisenverschärfend wirkende Fair Value-Bewertung und die als zu komplex und implementierungsaufwändig empfundenen Regelungen des IAS 39 führten zu einer Überarbeitung und zukünftigen Ablösung des Standards.[ »mehr]

Februar 2012
Staatsschuldenkrise - eine kleine Simulation
Von einer Schuldenkrise wird gesprochen, wenn ein Schuldner nicht mehr in der Lage ist, den Verpflichtungen aus seinen Schulden (Zins- und Tilgungszahlungen) nachzukommen. Ein Anhaltspunkt für die Zahlungsfähigkeit ist die Verschuldungsquote. [»mehr]

Januar 2012
EU-Kommission: OTC-Derivate sollen an Börsen über eine zentrale Gegenpartei gehandelt werden
Die EU-Kommission hat im Oktober einen Vorschlag für eine Regulierung von OTC-Derivaten an das EU-Parlament und den Rat erstellt (EMIR European Market Infrastructure Regulation). Danach sollen OTC-Produkte an Börsen über eine zentrale Gegenpartei gehandelt und an ein Transaktionsregister gemeldet werden. [»mehr]

Dezember 2011
Verstehen Juristen Bankgeschäfte?
Ein Kommentar zu den Schadensersatzurteilen gegen Banken wegen Abschluss von Zinsgeschäften mit Kommunen und Mittelständlern

In Urteilen gegen Banken bezüglich der Klagen wegen Falschberatung im Zusammenhang mit Zinsswaps wurde ein "anfänglicher negativer Marktwert" des Geschäfts als Ausdruck eines Interessenkonflikts der Bank zulasten des Kunden gesehen. Damit sei die Beratung der Bank falsch gewesen, weil nicht anleger- und anlagegerecht. [»mehr]