Aschaffenburg - Schönbusch - Dörfchen

Ansichtssache


Hier finden Sie Merk-Würdiges und Bemerkens-Wertes aus dem aktuellen Tagesgeschehen - von uns erklärt, analysiert oder kommentiert.

August 2015
Der unechte Schuldenschnitt
Die Bundesregierung stimmt dem dritten Hilfspakete für Griechenland zu unter der Bedingung, dass der IWF als Gläubiger mit im Boot bleibt. Der IWF will aber nur dann Hilfszusagen machen, wenn Griechenland seine Schuldenlast verringert und damit die Fähigkeit erst wieder gewinnt, seine Schulden jemals zurückzuzahlen.
Da ein Schuldenschnitt von deutscher Seite abgelehnt wird, soll es eine „Schuldenerleichterung“ geben, indem die Laufzeiten der bestehenden Kredite verlängert und die Zinsen gesenkt werden. Das läuft aber - wie wir in unserem Excel-Beispiel zeigen – letztendlich auf einen Schuldenschnitt hinaus: der heutige Wert (Barwert) der Anleihen sinkt, weil die Gläubiger über weniger Zinsen und die Rückzahlung erst sehr viel später verfügen können. Dabei sind zusätzliche Inflationseffekte durch die Laufzeitverlängerung und eine durch die Schuldenerleichterung weiter verschlechterte Bonität (Ausfallrisiko) noch nicht berücksichtigt.
[Quelle: "Der unechte Schnitt", Die Zeit 34/2015]

August 2015
Negativer Zins
Die durch die Geldpolitik der EZB gesunkenen Zinsen sind im negativen Bereich gelandet. Was sind negative Zinsen, was ist das ungewöhnliche daran und wie wirken sie sich auf Staatsanleihen aus? Bei negativen Zinsen muss zwischen Nominalzins und Rendite unterschieden werden. Negative Renditen sind nichts Ungewöhnliches (siehe Beitrag "Der große Bauspar-Bluff - Nichts Neues" ) - negative Nominalzinsen schon.
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Januar 2014
Prokon - kein Mitleid mit Anlegern
Nachdem der Windanlagenbauer Prokon Insolvenz angemeldet hat und vielen Anlegern hohe Verluste drohen, wird wieder nach staatlicher Regulierung gerufen. Der Fondsmanager und Handelsblatt- Kommentator Christoph Bruns sieht in seinem »Kommentar vom 16.1.14 die Schuld auch bei den Anlegern selbst. Sie ließen sich in ihrer Gier und Naivität von unrealistisch hohen Renditeversprechen anlocken. Mangels ökonomischer Bildung und Beratung - die er zum Großteil als Holschuld sieht - hätten sie nicht verstanden, dass hohe Renditen nur mit hohem Risiko zu erkaufen sind.

Finanzanalyst Looman hat in seinem Beitrag in der FAZ vom 25.1.14 dargestellt, wie ein Investment in die Genussscheine von Prokon finanziell zu bewerten ist (»Das explosive Gemisch von Prokon). Er stellt das langfristige Investment von Prokon in Windanlagen der kurzfristigen Finanzierung durch das Investment der Anleger in die Genussscheine von Prokon gegenüber. Aus seinen Berechnungen wird deutlich, welches Risiko Anleger mit ihrem Engagement eingehen.

U. E  sollten - statt der jetzt geforderten aufsichtsrechtlichen Maßnahmen zum Schutz der Anleger - diese in die Lage versetzt werden, solche Berechnungen selbst anzustellen oder - falls nicht dazu fähig oder willig - zumindest sich entsprechend beraten zu lassen, bevor sie ihr Geld anlegen.

Der Tipp von Looman: "... künftige Investoren sollten die Sache am besten mit Hilfe von Bargeld bezahlen. Das schärft den Blick für die Realität und bewahrt vor den schlimmsten Reinfällen." Bruns ist aber pessimistischer und zitiert Goethe "Der kleine Gott der Welt bleibt stets vom gleichen Schlag..."


Dezember 2013
Volatilität am Aktienmarkt sinkt - Auswirkungen auf Zertifikate
Der VDAX New misst die erwarteten Schwankungsbreite des DAX in den kommenden 30 Tagen und hat mit 12,88 Punkten den niedrigsten Stand seit dem Beginn der Finanzkrise 2007 erreicht. Was bedeutet das für die Kurse von Optionen und Zertifikaten?

Die Volatilität (Schwankungsbreite) eines Underlyings hat maßgeblichen Einfluss auf den Wert einer Option. Je höher/niedriger die Volatilität ist, desto größer/geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Option ausgeübt wird. Damit steigt/sinkt auch der Wert der Option. Eine niedrige Volatilität bedeutet, dass Optionen derzeit günstig sind. Das bedeutet, dass mit einer Put-Option eine bestehende Position günstig gegen Kursrückgänge abgesichert und mit einer Call-Option preiswert auf steigende Kurse gesetzt werden kann.

Zertifikate, die als Optionskomponente eine gekaufte Option enthalten (wie z.B. Bonuszertifikate), werden damit billiger und vorteilhafter, während Zertifikate, die eine verkaufte Option beinhalten (wie. B. Discountzertifikate), teurer sind.
Diesen Zusammenhang können Sie mit dem von uns erstellten »Options- und Zertifikaterechnern anschaulich nachvollziehen.


November 2013
Vermögensbildung - Wunsch und Wirklichkeit
Mit dem kürzlich veröffentlichten »Vermögensbarometer 2013 zeigt der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) - beruhend auf einer jährlichen Umfrage unter 2.000 Personen - Erwartungen und Verhalten der Deutschen in Bezug auf Vermögensanlage und Altersvorsorge auf. Dabei zeigt sich ein Widerspruch zwischen den für geeignet gehaltenen Finanzprodukten und den Faktoren, die für den Vermögensaufbau für wichtig gehalten werden.
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September 2013
Glossar für Formulierungen in Produktinformationsblättern erstellt
Eine Arbeitsgruppe aus Verbänden der deutschen Kreditwirtschaft und von Verbraucherschützern hat in Begleitung von BaFin und Finanzministerium ein »Glossar zur besseren Verständlichkeit von Produktinformationsblättern erstellt. Damit soll die als mangelhaft kritisierte Qualität der "Beipackzettel" verbessert werden.
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